Der Salitter Bericht

Auch Kalkarer Juden wurden von hier aus in Konzentrations- bzw. Vernichtungsager deportiert. Unter dem Vorwand der Umsiedlung in die sogenannten Ostgebiete, wurden ab 1941 Transporte in die Ghettos nach Polen und Lettland durchgeführt. Mit der Durchführung war die Deutsche Reichsbahn beauftragt. Max Schürmann sowie Alexander Stern und seine Frau Sofia geb. Vyth wurden Anfang Dezember 1941 mit einem Sammeltransport von Kleve nach Düsseldorf gebracht.

Deportationsliste: Max Schürmann
Deportationsliste: Alexander Stern und seine Frau Sofia, geb. Vyth

 

 

 

 

 

 

 

 

Im dortigen Schlachthof mussten sie, zusammen mit anderen jüdischen Menschen vom Niederrhein, aus Westfalen und dem Rheinland, die Nacht vom 10. auf den 11. Dezember 1941 unter menschenunwürdigen Verhältnissen verbringen. Am Morgen verließ der Transport DA 38 mit 1007 Juden Düsseldorf-Derendorf mit dem Ziel Riga. Die Begleitmannschaft bestand aus einem Kommando der Schutzpolizei Düsseldorf mit 16 Beamten. Transportführer war der damalige Hauptmann der Schutzpolizei Paul Salitter.

Salitter verfasste über den Transport einen Bericht an seine vorgesetzte Behörde, die Stapoleitstelle Düsseldorf, die diesen an das Reichssicherungshauptamt Berlin weiterleitete.

Wie bereits erwähnt, wurden mit diesem Transport überwiegend jüdische Menschen aus den niederrheinischen Städten und Gemeinden nach Riga verbracht. So auch aus der Stadt Goch. Die Eltern von Leni Valk, Walter und Erna Valk, überlebten die Deportation und kamen nach Kriegsende nach Goch zurück. Ihre Tochter konnten sie aber nicht mehr wiedersehen, Leni wurde 1943 im Alter von 9 Jahren im KZ Sobibor ermordet.

 

„Mit der Reichsbahn in den Tod“ – Ein öffentlicher Vortrag von Dr. Ludger J. Heid, Privatdozent an der Universität Duisburg/Essen, gehalten am 3.11.2011 anläßlich des 70igsten Jahrestages des Beginns der Deportationen in die Vernichtungslager.

Die Internetseite http://www.statistik-des-holocaust.de/   gibt einen statistischen Überblick über die Zahl der deportierten Personen aus Deutschland und stellt eine große Anzahl von Transportlisten online. Hier ist der link zu dem Transport DA 38.

Die internationale Gedenkstätte Yad Vashem hat Zeugenberichte von Überlebenden dieses Transportes in das Ghetto Riga veröffentlicht.

Weitere Informationen über die Deportationen von jüdischen Menschen finden sich unter anderem im Bestand der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf.